WaldHaus Freiburg
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Die erste Projektwoche vom 11.11. – 15.11.2013

 

 

Betreuung: Philipp Gottwald (WaldHaus Projektleitung), Sarah Mößner (WaldHaus FÖJ)

 

Teilnehmer: 8 SchülerInnen der Lernstatt Freiburg

 

Steinkauzniströhren – Neuer Lebensraum für Steinkäuze

Auf einer Streuobstwiese auf dem Schönberg haben im November 2013 acht Schülerinnen und Schüler der Lernstatt Freiburg den Lebensraum für Steinkäuze aufgewertet, indem sie Röhren zur Nisthilfe angebracht haben
Die Lernstatt Freiburg ist ein pädagogisches Timeout-Modell für Freiburger SchülerInnen der Werkrealschulen, deren Aufgabe es ist, Jugendliche aufzunehmen, die nicht mehr in den Unterricht und das Schulleben integrierbar sind. Nach 14 bis 15 Schulwochen wird die Rückführung in die alte Klasse oder eine andere Freiburger Werkrealschule angestrebt.

Das einwöchige Projekt des WaldHaus Freiburg sollte dazu beitragen, dass Ziel der Lernstatt im positiven Sinne zu beeinflussen.

Die Jugendlichen haben in dem einwöchigen Projekt die benötigten Bauteile für die Steinkauzniströhren aus selbst geschlagenen Douglasien aus dem Freiburger Stadtwald hergestellt. Hierfür mussten sie in den ersten Tagen handwerklich mit Axt, Schäleisen und Co. tätig werden, um die Baumstämme in die zur Verarbeitung nötigen Formate zu bringen. Als die Einzelteile für die drei zu bauenden Niströhren noch mit Bohrer, Stechbeitel und Klüpfel bearbeitet wurden, konnten sie am vorletzten Tag auch vernagelt und fertiggestellt werden.
Am Freitag traf sich die  Projektgruppe auf dem Schönberg, um die fertigen Steinkauzniströhren an den Obstbäumen auf der von der NABU betreuten Streuobstwiese anzubringen.
Die Schülerinnen und Schüler lernten in der Woche aber nicht nur ordnungsgemäß mit Werkzeug umzugehen, sondern auch, wie wichtig der Zusammenhalt und das Arbeiten in einer Gruppe ist.

 

Doch was für einen Nutzen hat das Bauen und Anbringen von Nisthilfen für diesen kleinen Kauz überhaupt?

 

 

Informationen zum  Steinkauz

Der Steinkauz (Athene noctua) ist ein Eulenvogel aus der Familie der „Eigentlichen Eulen“.
Das Gefieder der kleinen Eule ist dunkelbraun und auf der Oberseite weißlich gefleckt.
Idealer Lebensraum sind Parkanlagen, Kopfweidenbestände und Streuobstwiesen, da er offene und ebene Grünflächen bevorzugt.
Die Nahrung des Eulenvogels besteht aus Käfern, Grillen, Regenwürmern, Reptilien, Mäusen, Kleinvögeln und Amphibien.
Der Steinkauz brütet in Mitteleuropa überwiegend in hohlen Baumstämmen.
In Abhängigkeit von der Feldmausdichte legt der Steinkauz Mitte April bis Mitte Mai 6 bis 7 Eier. Nach 22 bis 30 Tagen schlüpfen die Jungen, die etwa 10 Tage später die Höhle und mit 2 bis 3 Monaten das Revier komplett verlassen.
Der Steinkauz steht in Baden-Württemberg mit einem Bestand von ca. 400 (Stand 2004) Paaren auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Dies bedeutet, dass man sich um diese Art besonders sorgen und kümmern muss, um ihren Erhalt gewährleisten zu können.
Seit den 1950er Jahren  wurde die Lebensgrundlage des Steinkauzes durch die Intensivierung der Landwirtschaft, die Rodung vieler Obstbaumwiesen und die Sanierung und Modernisierung alter Gemäuer immer mehr zerstört. Es blieben ihm nur noch wenige hohle Baumstämme und natürliche Nistplätze, die er zum Brüten nutzen konnte und so wurden 1993 in Südbaden nur noch zehn Steinkauzpaare gesichtet. Durch eine gezielte Biotoppflege, wie sie auch auf der Streuobstwiese am Schönberg betrieben wird, ist es inzwischen zu einer leichten Erholung der Bestände gekommen. Und auch durch das Errichten neuer Nistmöglichkeiten, in Form der von der Lernstatt gebauten Röhren, soll sich diese positive Entwicklung weiter fortsetzen.

 

→ Zum selbst tätig werden, Steinkauzniströhren selbst bauen!  Zur Anleitung {#}

 

Wochenbericht der Klasse