WaldHaus Freiburg

 

 

 

Wild und Jagd -

Grenzgänge zwischen Kultur und Natur

 

 

 

Viele Bereiche unserer Lebenswelt erscheinen gerade besonders attraktiv, wenn sie mit der Eigenschaft „wild“ ausgestattet sind. Wie schon in der Romantik stehen Natur und Wildnis dabei für eine Sehnsucht nach Unberechenbarkeit und Urtümlichkeit. Aber wie ist es um ihre „Urtypen“, das Wild und die Jäger bestellt? Mit welchem Naturbewusstsein streifen Jägerinnen und Jäger durch mehr oder weniger „wilde“ Wälder oder intensiv genutzte Maisfelder? Wie wird Jagd in einer Zeit gerechtfertigt, in der manche Menschen „wild auf Wild“ sind, andere es ablehnen Fleisch zu essen und Tierschutzorganisationen gegen jagdliche Aktivitäten vorgehen? Welche Rolle spielt die Jagd im Zusammenhang mit  Wildtierökologie, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Naturschutz? Die Ausstellung erzählt etwas über die Geschichte der Jagd und ihre Spuren in unserer Kultur und Landschaft. Auf anschauliche Weise vermittelt sie aktuelles Wissen über die Jagdausübung heute. In dem sie zeigt, was hinter den unterschiedlichen Sichtweisen auf die Jagd steckt, regt sie dazu an, eigene Vorstellungen zu überdenken
 

In Kooperation mit

FVA/ Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg
Städtisches Forstamt Freiburg
Kreisjägervereinigung Freiburg

 

Gefördert durch

Stoll-Vita-Stiftung Waldshut
Mittel der Landesjagdabgabe Baden-Württemberg

 
 
 
 

Begleitend zur Ausstellung:

 

DI 19.03.     18.00 Uhr

Podiumsdiskussion mit Impulsvortrag: Jagdperspektiven – Kultur, Politik, Landschaft

Das Wesen der Jagd wird oftmals aus dem vorgeschichtlichen Erbe der Menschheit abgleitet. Jagd ermöglicht auch in einem urbanen Umfeld kleine Fluchten in die Natur und zu den Ursprüngen unserer Kultur. Tatsächlich ziehen Jäger aber heute oftmals mit Hightech-Instrumenten in den Wald und spielen ihre technische Überlegenheit gegenüber dem Wild offensiv aus. Was bleibt also vom jagdlichen Traum eines Zurück zur Natur? Wie passt der zur Massenvermehrung mancher Wildarten? Wie zu den Plänen neuer Großschutzgebiete, die natürliche Prozesse zulassen wollen? Über neue Rollen der Jagd, deren Selbstverständnis, die Motive und Praktiken der Jagenden informiert ein Diskussionsabend im Waldhaus.

Impulsvortrag und Moderation: Prof. Dr. Ulrich Schraml, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA); Eintritt frei, ohne Anmeldung

Auf dem Podium:

Nicole Schmalfuß, Leiterin Städtisches Forstamt Freiburg

Prof. Dr. Thorsten Beimgraben, Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg

Heidrun Zeus, Nationalpark Schwarzwald

Jan Riedel, Deutscher Bogenjagd Verband e.V.

In Kooperation mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, dem Städtischen Forstamt Freiburg, der Kreisjägervereinigung Freiburg und dem Alemannischen Institut Freiburg e.V.

 

 

DO 09.05.   18 Uhr

Lichtbildvortrag: Jagdliche Prägung unserer Kulturlandschaften

Unsere Kulturlandschaften wurden stark durch die herrschaftliche Jagd geprägt, nicht nur in Gestalt der barocken Jagdsterne und Jagdschlösschen. Auch die territoriale und die Siedlungs-Entwicklung, die Baumartenzusammensetzung der Wälder und die Betriebsarten waren von jagdlichen Interessen beeinflusst. Hecken, Hage, Wälle und Gräben markieren zum Teil heute noch die alten Jagdgrenzen. Zäune verschlangen extrem viel Holz. - Mit vielen Bildern und Karten wird die Kulturlandschaftsgeschichte unter dem Einfluss der Jagd nachgezeichnet.

Referent: Prof. Dr. Werner Konold, Alem. Inst. Frbg. e.V.

Eintritt frei, ohne Anmeldung

In Kooperation mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, dem Städtischen Forstamt Freiburg, der Kreisjägervereinigung Freiburg und dem Alemannischen Institut Freiburg e.V

 

 

DO 16.05.   18 Uhr

Lichtbildvortrag: Jagdpraxis in der Schweiz

Wer einmal im September im Schweizer Kanton Graubünden wandern war, hat dort die besondere Stimmung während der Hochjagd erlebt. Nicht nur die Jäger sondern auch ein großer Teil der einheimischen Bevölkerung wird regelrecht vom Jagdfieber erfasst. Dort ist die Jagd seit 1526 ein Volksrecht. Im Vergleich zu Deutschland weist die Jagdpraxis in unserem Nachbarland einige Besonderheiten auf. Neben dem bei uns üblichen Revierjagdsystem gibt es in einem erheblichen Teil der Schweizer Kantone das Patentjagdsystem, bei dem das Jagdausübungsrecht nicht an den Grundbesitz gebunden ist. Als gebürtiger Walliser Förster, Jäger, ehemals im Naturschutz und aktuell in der Großraubtierforschung Tätiger kann der Referent einen anschaulichen Einblick geben in die Schweizer Jagdgeschichte, ihre Entwicklung, ihre Herausforderungen und ihren Status zwischen Natur- und Artenschutz, Landwirtschaft, Tradition, Tourismus und anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Referent: Ralph Manz, Förster und Jäger; Eintritt frei, ohne Anmeldung

In Kooperation mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, dem Städtischen Forstamt Freiburg, der Kreisjägervereinigung Freiburg und dem Alemannischen Institut Freiburg e.V.

 

DO 23.05.    18 Uhr 

Lichtbildvortrag: Sinn und Sinnlichkeit der Jagd aus kulturanthropologischer Sicht

Was tun Jäger eigentlich, wenn sie zur Jagd gehen? Welche Art von Natur- und Tiererfahrung ermöglicht die Jagd? Die teils heftig, teils kontrovers geführten öffentlichen Debatten um die Jagd lenken meist davon ab, sich genauer damit zu beschäftigen, was dabei im Detail passiert. Wie ist es, wenn man an einem kalten Dezembertag stundenlang im Regen im Wald steht, auf ein Tier wartet und wartet, sich dabei still verhalten und trotzdem unermüdlich wachsam bleiben muss? Wie fühlt es sich an, wenn man dann ein Tier erblickt, langsam die Waffe erhebt und sich bereit macht zum Schuss? Anhand dieser für die Jagd zentralen Handlungen zeigt der Referent, inwiefern die Jagd eine durch und durch körperliche Handlungs- und Wahrnehmungspraxis ist. Hier treffen sich Empfinden und Affekt, Handlungskompetenzen und geschulte Sinnes- bzw. Wahrnehmungsfertigkeiten. Und hier entsteht auch eine Art ‚Sinn‘, der sich aus dem Vollzug des Jagens ergibt und nicht dadurch, dass er auf etwas außerhalb der Jagd verweist wie etwa auf deren gesellschaftliche oder ökologische Bedeutung.

Referent: Dr. Thorsten Gieser, Ethnologe, Universität Koblenz Landau, Eintritt frei, ohne Anmeldung

In Kooperation mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, dem Städtischen Forstamt Freiburg, der Kreisjägervereinigung Freiburg und dem Alemannischen Institut Freiburg e.V. 

 

 

SO 26.05.   ca. 08.30 - 17.00 Uhr

Exkursion: Alte Bodman'sche Wälder - Waldbau, Jagd, Naturschutz

Der Bodanrück liegt am Bodensee zwischen dem Überlinger See und dem Untersee. Auf einer gemeinsamen Wanderung mit Johannes von Bodman von ca. zwei bis zweieinhalb Stunden Dauer erkunden wir den Wald auf dem Bodanrück. Altbäume, Wiesen und Einfriedungen zeugen von einer jagdlichen Nutzung, die auch naturschutzfachliche Werte hervorgebracht hat. Eine große Besonderheit sind die uralten Eiben. Zum Mittagessen werden wir im Lokal "Hof Höfen" einkehren und bei schönem Wetter im Biergarten sitzen können. Dort erwartet der Bus die Teilnehmer. Eventuell gibt es noch einen kurzen Zwischenstopp in Bodenwald.
Die Wanderung beinhaltet einen Anstieg. Entsprechende Kondition, wetterfeste Kleidung und gute Wanderschuhe, ggf. Wanderstöcke, sind notwendig.

Referenten: Prof. Dr. Werner Konold, Alem. Inst. Frbg. e.V. und Johannes von Bodman. Teilnahmebeitrag: 35 Euro (incl. Busfahrt und Führung, Mittagessen zahlt jeder selbst), begrenzte Teilnehmerzahl.

Anmeldung: beim Alemannischen Institut unter 0761-15 06 75-70 oder
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bis zum 3. Mai 2019. Bis dahin ist eine kostenlose Abmeldung möglich.

Abfahrt: 8.30 Uhr am Konzerthaus Freiburg

In Kooperation mit dem Alemannischen Institut Freiburg e.V., der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, dem Städtischen Forstamt Freiburg und der Kreisjägervereinigung Freiburg

 

 

 

Angebote für Schulklassen